Animal-Aided Design

Mit AAD werden innovative Lösungen für die Verbesserung der Stadtnatur für Mensch und Tier entwickelt. Die Kenntnisse über den Lebenszyklus einer Art, von der Geburt bis zur Produktion der nächsten Generation, und über die Bedürfnisse des Tieres in diesen Lebensphasen sind der Schlüssel für erfolgreiches Gestalten mit Tieren. Nur wenn die spezifischen Bedürfnisse des Tieres erfüllt sind, kann es am Planungsort vorkommen. Um eine Population der gewünschten Tierart mit einer hohen Wahrscheinlichkeit dauerhaft anzusiedeln, müssen die Bedürfnisse des Tieres in all seinen Lebensphasen erfasst werden und diese Kenntnisse dann in die Planung einbezogen werden.
AAD ist nicht an spezifische Planungsabläufe bzw. -instrumente der räumlichen Planung gebunden, sondern weist eine Reihe eigenständiger Planungsschritte auf, die je nach Aufgabenstellung in die spezifischen Planungsabläufe eingebettet werden müssen. In Zusammenarbeit mit bgmr Landschaftsarchitekten wurde von Polinna Hauck/Studio Animal-Aided Design die Methode konzeptionell in die spezifischen planerischen Rahmenbedingungen der städtebaulichen Quartiersentwicklung integriert.

Bestimmung Artenpool und lokales Artenpotenzial: Auf Basis der zur Verfügung stehenden Kartierungsdaten (Umweltatlas Berlin, Faunenkartierungen der Stiftung Naturschutz, ADEBAR, Artenschutzbeitrag, etc.) erfolgt eine Bestimmung des regionalen Artenpools. Ergebnis der danach erfolgten Standortanalyse ist ein Überblick über die vorhandenen und künftigen Standortpotenziale und -limitationen und eine daraus abgeleitete Zusammenstellung der Tierarten – das lokale Artenpotenzial – die potenziell im zukünftigen Schumacher Quartier vorkommen können oder deren Vorkommen durch gezielte Maßnahmen gefördert werden kann.

Auswahl und Abstimmung neuer Tierarten: Für die Auswahl der Zielarten sind die orts- und projektspezifischen Ansprüche der Akteure der städtischen Entwicklung des Stadtquartiers von zentraler Bedeutung. Dafür wurden die biologischen und sozio-kulturellen Merkmale der Arten aus dem lokalen Artenpotenzial ausgewertet und übersichtlich aufbereitet, um eine nachvollziehbare Auswahl von Zielarten treffen zu können.

AAD-Konzeption und Maßnahmenkatalog: Auf Basis der Auswahl von thematischen Artengruppen mit ihren jeweiligen Zielarten und der Standortanalyse wurden zusammen mit bgmr Maßnahmen zur Förderung des Vorkommens dieser Arten im Schumacher Quartier entwickelt. Zielsetzung war, dass ein handhabbarer Katalog an Maßnahmenkomplexen und ergänzenden Einzelmaßnahmen entsteht, der in unterschiedlichen Planfällen zu Anwendung kommen kann.


bgmr Landschaftsarchitekten, Polinna Hauck und Studio Animal-Aided Design
Projektbearbeitung: Carlo Becker, Thomas E. Hauck, Antonia Hille, Christine Jakoby, Katharina Lundschulte, Christoph Pelka, Anita Schäffer, Wolfgang W. Weisser
Auftraggeber: Tegel Projekt GmbH, Städtebau & Erschließung Schumacher Quartier, Bereich Planung & Entwicklung
Zeitraum: 2018-2019

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